Der heilige Goar

Zwei sich gegenüberliegende ehemalige Fischerdörfer sind nach ihm benannt und viele Legenden sind noch heute über ihn im Umlauf. Neben der Sage über die wunderschöne blonde Loreley, ist die Geschichte des heiligen Goar wohl eine der interessantesten am Mittelrhein:
Goar war ein aus Aquitanien stammender Mönch der sich um ca. 530 in der Nähe des heutigen St. Goar in einer Felsenhöhle niederließ und dort als Einsiedler lebte. Zu dieser Zeit gab es entlang des Rheins noch viele Menschen die noch nicht bekehrt waren. Mit der Erlaubnis des Trierer Bischofs Felix begann er nun von dort aus mit seiner Missionsarbeit.
Als sich langsam immer mehr Anhänger um Goar versammelten gründete er am heutigen Standort der Stadt St. Goar eine Kapelle. Bekannt wurde Goar vor allem wegen seiner Güte und Freundlichkeit den Armen und Kranken, aber auch insbesondere den Rheinschiffern gegenüber.
In der Zeit seines Wirkens und auch danach sind viele verschiedene Legenden um Goar entstanden. So soll er zwei fast verhungerte Priester durch die Milch von drei herbeigerufenen Hirschkühen gerettet haben. Darüber hinaus soll er einmal ohne Ruder von der Mosel aus über den Rhein flussaufwärts bis nach St. Goar gefahren sein und sogar einmal den Teufel selbst getreten haben, weil dieser ihn verleumdete. Dies sind nur drei der vielen Legenden die Goar umgeben.

Goar soll am 06. Juli  zwischen 575 und 615 gestorben sein und wurde in seiner Kapelle beigesetzt. Diese entwickelte sich in der folgenden Zeit zu einem bekannten Wallfahrtsort. Die Wohnsiedlung die um die Kapelle entstanden war hieß von dieser Zeit an St. Goar. Auch an seinem Grad ereigneten sich immer neue Wunder. So soll die dritte Frau Karls des Großen am Grab des heiligen Goar von Ihren Zahnschmerzen erlöst worden sein.

Trotz dieser großen Verehrung und vieler Bemühungen wurde Goar niemals offiziel heilig gesprochen. Er gilt jedoch als Volksheiliger.

 

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